Leitbild

Die Partnerschaft für Demokratie „Merseburg engagiert“ steht im intensiven Austausch mit Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft der Stadt Merseburg. Gemeinsam stehen wir für ein vielfältiges, inklusives, gewaltfreies, demokratisches, respektvolles Miteinander, wollen dieses fördern und nachhaltig etablieren. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung von Strategien, um lokalen Herausforderungen zu begegnen und eine lebendige Demokratie vor Ort sowie eine Kultur der Kooperation, der gegenseitigen Anerkennung und Unterstützung zu schaffen und zu stärken.


Aktuelle Zielsetzung der Partnerschaft für Demokratie (PfD) „Merseburg engagiert“ für 2023

  • PfD fördert das Engagement der lokalen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und von Jugendlichen.
    Im Jahr 2023 sollen neben den 2 großen Strukturprojekten (Bildungsreferent*in und Jugendkoordinator*in) mindestens 7 Projekte mit lokalen Träger*innen in Merseburg über den Aktions- und Initiativfonds und
    mind. 5 Projekte über den Jugendfonds gefördert werden.
  • PfD vermittelt und sammelt Wissen und Kompetenzen über aktuelle Krisen und demokratiegefährdende Strukturen und fördert Demokratieverständnis und Gewaltfreiheit.
    Im Förderzeitraum sollen mindestens 5 Angebote der politischen Bildung zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen stattfinden: z.B. Klimawandel, Nachhaltigkeit, (Rechts)Extremismusprävention, Verschwörungsmythen, Kommunikation, Antidiskriminierung, Diversität, Inklusion, Feminismus. Diese Bildungsangebote sollen interessierte Menschen ermächtigen, sich mit komplexen Themen auseinanderzusetzen, mit Gleich- und Andersdenkenden in einen Dialog zu treten und die eigene Meinung zu reflektieren.
  • PfD fördert Dialogfähigkeit & Partizipation.
    Das 2022 entstandene lokale Dialogformat „Stadtgeflüster“, in dem alle Merseburger*innen gesellschaftsrelevante Themen einbringen und diskutieren können, soll fortgeführt und weiterentwickelt werden. Der mangelnde gesellschaftliche Zusammenhalt soll (wieder) aufgebaut werden, indem Menschen miteinander ins Gespräch kommen und nicht nur Gemeinsamkeiten entdecken, sondern auch lernen, Unterschiede wertzuschätzen. Viele Menschen sind diskussionsmüde oder in ihren Meinungen sehr verhärtet und haben das Gefühl, kein Mitspracherecht zu haben. Ein Dialogforum kann diesen Raum für Austausch und gesellschaftliche Mitgestaltung bieten.
  • PfD fördert Teilhabe, Engagement & Inklusion aller Merseburger*innen, speziell die von bisher vernachlässigten Gruppen.
    Um Jugendliche, Menschen mit Beeinträchtigung, Menschen mit Migrationsgeschichte und arme Menschen besser zu erreichen, müssen politische, zivilgesellschaftliche und kulturelle Beteiligungsmöglichkeiten besser sichtbar sein und Hürden zur Beteiligung aktiv abgebaut werden. Der Jugendkoordinator wird gezielt Angebote für Kinder und Jugendliche entwickeln, die sich nach deren Bedarfen richten und so deren Engagement und Teilhabe fördern. Damit einher geht auch das Thema Kinderrechte, welches im Jahr 2023 besonders herausgestellt werden soll. In neu zugewanderten Familien (aktuell vor allem aus der Ukraine) brauchen nicht nur die Kinder besondere Unterstützung, sondern auch deren Eltern. Im Förderzeitraum werden deshalb mind. 3 Beteiligungsformate gezielt für Menschen mit Migrationsgeschichte, für Menschen mit Beeinträchtigung und/oder für arme Menschen entwickelt.
  • PfD fördert Begegnung & Vielfalt und trägt damit zu einer transkulturellen Öffnung der Gesellschaft bei.
    Mangelnde Begegnungsräume erzeugen/verstärken Konflikte. Ansprechende kulturelle Angebote sollen die Menschen zusammenbringen, gemeinsame Erfahrungen schaffen und Vorurteile abbauen. Im Förderzeitraum sollen deshalb mindestens 3 kulturelle Angebote zur transkulturellen Begegnung und Vernetzung und zur Stärkung der Vielfalt entwickelt werden. Das können einzelne Angebote wie Film, Musik, Graffiti o.Ä. sein und/oder ein Demokratie- und Inklusionsfest in Merseburg, welches 2021 bereits ein breites Publikum anzog und einen Austausch zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen ermöglichte. Auch hier ist darauf zu achten, die Angebote an die Bedarfe einer möglichst breiten Zielgruppe anzupassen.

Orientierung an Kernzielen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“

  • Demokratie fördern
    Das Programm stärkt das Bewusstsein für demokratische Rechte und fördert die demokratische Bildung und den Zusammenhalt. In den unterstützten Projekten geht es um Gleichwertigkeit, Rechtsstaatlichkeit, Schutz der Menschenrechte sowie gesellschaftliche Teilhabe an politischen Prozessen. Gerade Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden so befähigt, ihre Teilhabe- und Mitbestimmungsrechte besser wahrnehmen zu können.
  • Vielfalt gestalten
    „Demokratie leben!“ möchte allen Menschen ein diskriminierungsfreies Leben ermöglichen und unterstützt daher Projekte, in denen die Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt gefördert werden. Ziel ist es, dass unsere Gesellschaft Vielfalt als Chance begreift und die damit verbundenen Widersprüche und Konflikte konstruktiv bearbeitet.
  • Extremismus vorbeugen
    Das Programm will die Entstehung demokratie- und menschenfeindlicher Haltungen sowie extremistischer Einstellungen verhindern und Radikalisierungsprozesse frühzeitig unterbrechen. Das umfasst neben rechtem auch islamistischen und linken Extremismus.